Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Konjunkturelles Umfeld

Die Weltwirtschaft ist im Jahr 2013 langsamer gewachsen als erwartet. Maßgeblich hierfür war vor allem die rückläufige Dynamik in wichtigen Schwellenländern. In den fortgeschrittenen Volkswirtschaften hat sich das Wachstum dagegen etwas beschleunigt, wenn auch die USA wegen des Fiskalstreits hinter ihrem Potenzial zurückblieben. Die Eurozone konnte im Jahresverlauf ein ausgeglichenes Wachstum erreichen, wozu zum einen die moderate Verbesserung der wirtschaftlichen Lage der Peripheriestaaten, und zum anderen die nach wie vor robuste Entwicklung in Deutschland beitrugen.

Das verfügbare Einkommen der Bevölkerung in Deutschland nahm im Vergleich zum Vorjahr um 1,0 % zu, während die Sparquote etwas zurückging. Die historisch niedrigen Einlagenzinsen führten weiterhin zu hohen Investitionen in Sachwerte, darunter Immobilien, deren Preise in Ballungsgebieten nochmals deutlich zulegten.

Rahmenbedingungen für das Brokerage

Obwohl der DAX gegenüber dem Stand zum Jahresende 2012 um 25,5 % auf 9.552 Punkte zulegte und im Dezember ein historisches Hoch markierte, reichte die Handelsaktivität an den deutschen Börsen insgesamt nicht an das Vorjahr heran. Das wertmäßige Handelsvolumen am deutschen Kassamarkt (XETRA, Frankfurt und Tradegate) bewegte sich zwar auf Vorjahresniveau, die Orderzahl bei Aktien nahm jedoch um 22,4 %, bei börsengehandelten ETF-Indexfonds einschließlich Exchange Traded Commodities (ETC) und Exchange Traded Notes (ETN) um 3,5 % ab.

Allerdings spiegelt die niedrigere Handelsaktivität an den Börsen nicht unbedingt das Verhalten von Privatanlegern wider, sondern war stark von der Zurückhaltung institutioneller Investoren beeinflusst. Bei diesen zeigte sich vor allem in der zweiten Jahreshälfte ein ausgeprägtes Misstrauen gegenüber der positiven DAX-Entwicklung.

Im Derivatehandel (Euwax und Börse Frankfurt) bewegte sich der Börsenumsatz um 4,8 % unter dem Wert 2012. Dabei lagen Hebelzertifikate stärker im Minus (7,4 %) als Anlagezertifikate (3,1 %).

Die in der Statistik des Bundesverbands Investment und Asset Management e. V. (BVI) erfassten Publikumsfonds erzielten in den ersten elf Monaten 2013 Mittelzuflüsse von 14,4 Mrd. Euro (Vorjahr 20,7 Mrd. Euro). Insbesondere Renten- und Mischfonds sowie offene Immobilienfonds standen in der Gunst der Anleger. Aktienfonds verzeichneten per saldo Mittelabflüsse, die mit 5,7 Mrd. Euro fast so hoch ausfielen wie im Vorjahr.

Orderzahlen Deutsche Börse, DAX Entwicklung

Das viermal jährlich veröffentlichte ebase Fondsbarometer, welches das Handelsvolumen von mehr als 50 Tsd. Fondsberatern widerspiegelt, lag im ersten Halbjahr deutlich im Plus: Die steigenden Kurse führten zur Belebung des Fondshandels und Umschichtung zahlreicher Depots. Im zweiten Halbjahr wurde der Trend hin zu aktienbasierten Strategien durch Gewinnmitnahmen überlagert. In den Endkundendepots nahm der Anteil von Mischfonds und ETFs zu, wohingegen bei Dach- und Geldmarktfonds die Anteilscheinrückgaben überwogen. Auch das Interesse an offenen Immobilienfonds hat spürbar nachgelassen, nachdem sich die Bedingungen für die Rückgabe von Anteilen mit der Umsetzung der EU-Richtlinie über die Verwalter alternativer Investmentfonds (AIFM-UmsG) im Juli verschärft haben.

Die Nachfrage nach Produkten für die private Altersvorsorge (Riester-Rente) bewegte sich im Jahr 2013 weiterhin auf einem niedrigen Niveau. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales verzeichnete in den ersten neun Monaten des Jahres eine Zunahme des Vertragsbestands um 0,7 %, was vorrangig auf die Eigenheimrente zurückzuführen ist. Die Zahl der Versicherungs-, Bankspar- und Fondsverträge veränderte sich nur unwesentlich.

Rahmenbedingungen für das Banking

Die Zentralbanken in Europa und den USA haben trotz der leichten wirtschaftlichen Erholung in beiden Regionen an ihrer expansiven Geldmarktpolitik festgehalten. Die Europäische Zentralbank (EZB) senkte den Hauptrefinanzierungssatz im Mai und im November 2013 um jeweils 25 Basispunkte auf den historischen Tiefstwert von 0,25 % und stellte wie schon in den Vorjahren nahezu unbegrenzt Liquidität bereit.

Der für einen Teil unserer Anlagen maßgebliche Dreimonats-EURIBOR erreichte infolge der expansiven Geldpolitik neue Tiefststände. Im Jahresdurchschnitt lag er mit 0,22 % um 35 Basispunkte unter dem Vergleichswert 2012 (0,57 %).

Die Anleihemärkte waren durch vorübergehend höhere Volatilitäten auf der Zinsseite sowie eine Spread-Einengung geprägt. Für Anleihen aus Euro-Peripheriestaaten haben sich die Risikoaufschläge im Jahresverlauf weiter reduziert, wohingegen Papiere bester Bonitäten, wie Bundesanleihen, moderate Renditeanstiege erfuhren.

Das auf geringe Ausfallwahrscheinlichkeiten fokussierte Treasury-Portfolio von comdirect war im Jahresdurchschnitt durch abnehmende Renditen gekennzeichnet. Dies ist insbesondere auf die Wiederanlage fälliger Wertpapiere zu einem deutlich niedrigeren Zins- und Spread-Niveau zurückzuführen. Bei unserem mit Abstand wichtigsten Kontrahenten, der Commerzbank AG, entwickelte sich die Spread-Komponente weitgehend stabil. In Summe betrachtet blieben aufgrund der Marktentwicklung die Margen im Einlagengeschäft unter Druck, wenngleich die kundenseitigen Konditionen ebenfalls nach unten angepasst wurden.

EURIBOR

Rahmenbedingungen für die Beratung

Das günstige Zinsniveau hat das Interesse an Eigenheimkrediten trotz der gestiegenen Immobilienpreise auf hohem Niveau gehalten. Das Volumen der Wohnungsbaukredite erhöhte sich 2013 um 2,9 %. Der in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut Forsa berechnete comdirect Stimmungsindex Baufinanzierung bewegte sich das ganze Jahr deutlich oberhalb der 100-Punkte-Marke und stand zum Jahresende bei 110,0 Punkten. Damit signalisierte er eine hohe Bereitschaft für den Abschluss einer Baufinanzierung.

Stimmungsindex Baufinanzierung, Zehn-Jahres-Hypothekenzins